
Subaru Boxer-Motoren: Diesel EE20 und Benziner FA20 im Tuning
Boxer-Diesel in Forester, Outback und XV, Sauger-Boxer in BRZ und GT86: Was Software bei Subaru bringt, wo die Grenzen liegen und warum Denso zählt.
25. Oktober 2026 von Leo Efimow
Subaru ist einer der wenigen Hersteller, die konsequent am Boxermotor festhalten. Die gegenüberliegenden Zylinder sorgen für einen tiefen Schwerpunkt und einen unverwechselbaren Klang, und sie machen Subaru auch beim Tuning zu einem Sonderfall. Zwei Motoren stehen hier im Mittelpunkt: der EE20, der Boxer-Diesel, mit dem Subaru 2008 als erster Hersteller einen Boxer-Diesel in einem Serien-Pkw anbot, und der FA20, der Zweiliter-Benziner im BRZ und seinem Schwestermodell Toyota GT86. Beide werden von Denso-Steuergeräten geregelt, und beide reagieren sehr unterschiedlich auf Software.
Der Boxer-Diesel EE20
Unser Katalog führt den 2.0-Boxer-Diesel mit 150 PS in diesen Modellen:
| Modell | Baujahre (Katalog) | Steuergerät |
|---|---|---|
| Forester | 2008–2013 | Denso |
| Impreza | 2007–2011 | Denso |
| Legacy / Outback | 2003–2009 (Modellgeneration) | Denso |
| XV | 2012–2017 | Denso |
Der EE20 ist ein aufgeladener Common-Rail-Diesel mit Turbolader und (je nach Abgasnorm) Partikelfilter. Für die Denso-Diesel-Familie nennen unsere Daten typisch 15–25 % mehr Leistung und 20–30 % mehr Drehmoment als Stage-1-Richtwert. Im Alltag macht sich vor allem der Drehmomentgewinn bemerkbar: Ein Outback oder Forester mit Anhänger zieht spürbar entspannter.

Die Besonderheit liegt beim Steuergerät. Denso-Geräte sind teils verschlüsselt, und die Abdeckung durch Tuning-Werkzeuge ist lückenhafter als bei Bosch. Im Katalog finden sich für den EE20 verschiedene Denso-Hardwarestände mit unterschiedlichen Prozessoren. Wir prüfen deshalb vor dem Angebot, ob dein konkretes Steuergerät lesbar ist.
Der Benzin-Boxer FA20
Der FA20 im Subaru BRZ und im Toyota GT86 ist ein Zweiliter-Saugmotor mit kombinierter Saugrohr- und Direkteinspritzung, im Katalog mit 200 PS und Denso-Steuergerät. Hier muss man ehrlich sein: Ohne Turbolader fehlt der wichtigste Hebel der Software, der Ladedruck. Unsere Daten nennen für Sauger der Denso-Benziner-Familie nur etwa 3–8 % als Richtwert.
Spürbarer als die Spitzenleistung ist beim FA20 das Ansprechverhalten. Viele Fahrer stören sich an der bekannten Drehmomentdelle im mittleren Drehzahlbereich und an einer zurückhaltenden Gaspedal-Kennlinie. Eine Software kann hier die Kennlinie glätten und das Pedal direkter machen (Sharp Throttle). Ein Leistungswunder wird aus dem Sauger dadurch aber nicht. Wer beim BRZ oder GT86 deutlich mehr Leistung will, landet bei mechanischen Umbauten bis hin zur Aufladung. Das ist ein eigenes Projekt mit Gutachten und Eintragung.
Kurz erwähnt: die EJ-Turbos
Neben EE20 und FA20 führt unser Katalog auch die Turbo-Boxer der Impreza WRX und WRX STi (EJ-Motoren). Für aufgeladene Denso-Benziner nennen unsere Daten typisch 15–25 % als Richtwert. Diese Motoren sind ein Klassiker der Tuning-Szene, verlangen aber besondere Sorgfalt bei Zündung, Kraftstoffqualität und Zustand des Motors.
Optionen
Für den Boxer-Diesel EE20 sind neben Stage 1 dokumentiert:
- ECO-Tuning mit mehr Drehmoment im unteren und mittleren Bereich
- Sharp Throttle für ein direkteres Gaspedal
- DTC Off nur für nicht-emissionsrelevante Fehlercodes
- Vmax-Aufhebung: bei Denso-Dieseln nur teilweise umsetzbar, deshalb auf Anfrage
Für den FA20 und die EJ-Turbos sind unter anderem Sharp Throttle, Vmax-Aufhebung, Drehzahlbegrenzer-Anhebung und DTC Off dokumentiert, Launch Control und No-Lift-Shift je nach Plattform auf Anfrage. Funktionen wie Hardcut-Limiter, Pops & Bangs oder Popcorn-Limiter sind ausschließlich für den Motorsport auf abgesperrter Strecke bestimmt, nicht für den öffentlichen Straßenverkehr.
Vor dem Tuning
Beim EE20: Partikelfilter und AGR sollten in Ordnung sein. Ein Boxer-Diesel, der viel Kurzstrecke fährt, hat oft einen hoch beladenen DPF. Abschalten ist Abgasmanipulation und im Straßenverkehr verboten. Bei Schaltwagen gehören Kupplung und Zweimassenschwungrad geprüft.
Beim FA20: Wer mit Rennstrecken-Ambitionen fährt, sollte Ölstand und Ölqualität im Blick behalten. Boxer-Motoren reagieren auf Ölmangel in schnellen Kurven empfindlich. Hochoktaniger Kraftstoff ist bei jeder Zündwinkel-Anpassung die Grundlage.
Ablauf und Preise
Subaru und Toyota bearbeiten wir direkt am Steuergerät, vor Ort in Stödtlen zu deinem Wunschtermin oder per Einsendung des ausgebauten Steuergeräts. Der Preis ist in beiden Fällen gleich, gebucht wird online.
Nach unserem Regelwerk liegen der Forester 2.0D Boxer-Diesel, der Outback 2.0 Diesel mit 150 PS und der XV 2.0 Diesel ab 175 € für Stage 1. Der Subaru BRZ 2.0 mit 200 PS und der Toyota GT86 2.0 beginnen bei 150 €. Alle Varianten findest du im Konfigurator.
Zur Rechtslage: Durch die Softwareänderung erlischt die Betriebserlaubnis. Die Software ist ausschließlich für den Motorsport bestimmt, siehe Motorsport-Hinweis.
Häufige Fragen aus der Werkstatt
Hat der Boxer-Diesel besondere Schwachstellen? Wie jeder moderne Diesel reagiert auch der EE20 empfindlich auf viel Kurzstrecke: Der Partikelfilter kann seine Regeneration nicht abschließen, und es bilden sich Ablagerungen. Wer überwiegend kurze Wege fährt, sollte den Zustand des DPF vor dem Tuning prüfen lassen. Bei Schaltwagen sind Kupplung und Zweimassenschwungrad die üblichen Verschleißpunkte.
Lohnt sich beim BRZ oder GT86 wenigstens Sharp Throttle? Für viele Fahrer ja. Die Serien-Gaspedalkennlinie ist zurückhaltend, und ein direkteres Ansprechen verändert das Fahrgefühl spürbar, ohne dass sich an der Leistung viel ändert. Wer von der Software beim Sauger mehr erwartet als ein besseres Ansprechverhalten, wird enttäuscht.
Gilt der Allradantrieb als Risiko beim Tuning? Der permanente Allradantrieb verteilt das Drehmoment auf alle vier Räder, was die Traktion verbessert. Gleichzeitig müssen Getriebe und Mittendifferenzial das zusätzliche Drehmoment dauerhaft verkraften. Bei einer maßvollen Stage 1 auf gesundem Antriebsstrang ist das in der Regel kein Problem; wichtig sind gleiche Reifen auf allen vier Rädern. Vor dem Schreiben sichern wir den Originalstand.
Fazit
Bei Subaru entscheidet die Aufladung über den Sinn der Software. Der Boxer-Diesel EE20 bietet typisch 15–25 % Leistung und 20–30 % Drehmoment als Richtwert, setzt aber eine Prüfung des Denso-Steuergeräts voraus. Der FA20 im BRZ und GT86 gewinnt als Sauger nur 3–8 %. Hier geht es eher um Ansprechverhalten als um Leistung. Mehr zu den japanischen Steuergeräten findest du im Beitrag über Denso-Steuergeräte und im Glossar unter Denso.