
Hyundai/Kia CRDi: Tuning für i30, Tucson, ix35 und Sportage
U-, D- und R-Motor: Welche CRDi-Diesel in i30, cee'd, Tucson, ix35 und Sportage stecken, welche Steuergeräte verbaut sind und was Software bringt.
25. Oktober 2026 von Leo Efimow
Hyundai und Kia haben sich in Europa vom Preisbrecher zum etablierten Volumenhersteller entwickelt und mit ihnen die CRDi-Diesel. In i30, cee'd, Tucson, ix35 und Sportage stecken solide Common-Rail-Motoren, die im Alltag vor allem eines tun: zuverlässig und sparsam fahren. Wer mehr Durchzug will, etwa für den Anhänger oder die Urlaubsfahrt mit voller Beladung, hat mit Software gute Karten. Wichtig ist, die richtige Motorfamilie und das passende Steuergerät zu kennen.
Drei Motorfamilien
Die CRDi-Diesel von Hyundai und Kia lassen sich grob in drei Familien einteilen:
U-Motor (1.4 / 1.6 CRDi): Der kleine Diesel für i30, cee'd und weitere Kompaktmodelle. Im Katalog mit 90 bis 128 PS und Steuergeräten von Bosch (EDC16C39, EDC16+, EDC17C08) und Delphi (DCM3.7).
D-Motor (2.0 CRDi, D4EA): Der ältere Zweiliter in Tucson der ersten Generation, Sportage II und frühen i30. Im Katalog mit 113 bis 140 PS und Bosch EDC15C7 oder EDC16.

R-Motor (2.0 / 2.2 CRDi, D4HA): Die modernere Generation im ix35 und Sportage III. Im Katalog mit 136 und 184 PS und Bosch EDC17C08.
Die Varianten im Überblick
| Modell | Motor | Leistung (Katalog) | Steuergerät |
|---|---|---|---|
| Hyundai i30 (FD) | 1.4 / 1.6 CRDi | 90–116 PS | Delphi DCM3.7 / Bosch EDC16+ |
| Hyundai i30 (FD) | 2.0 CRDi | 140 PS | Bosch EDC16+ |
| Kia cee'd | 1.6 CRDi | 90–128 PS | Bosch EDC16C39 / EDC17C08 |
| Kia cee'd | 2.0 CRDi | 140 PS | Bosch EDC16C39 |
| Hyundai Tucson (JM) | 2.0 CRDi | 113 / 140 PS | Bosch EDC15C7 / EDC16+ |
| Kia Sportage II | 2.0 CRDi | 113–140 PS | Bosch EDC15C7 / EDC16C39 |
| Hyundai ix35 | 2.0 CRDi | 136 PS | Bosch EDC17C08 |
| Kia Sportage III | 2.0 CRDi (R) | 136 / 184 PS | Bosch EDC17C08 |
Die neueren Generationen von Tucson und Sportage ab Mitte der 2010er führen wir derzeit nicht als eigene Varianten im Katalog. Für diese Fahrzeuge lohnt sich eine Anfrage, damit wir Steuergerät und Zugang vorab prüfen.
Was Software bei den CRDi-Motoren bringt
Die Richtwerte für Stage 1 richten sich nach der Steuergeräte-Familie:
- Bosch EDC16 Common Rail (U- und D-Motor): typisch 20–30 % mehr Leistung und Drehmoment
- Bosch EDC17C08 (R-Motor, späte U-Motoren): typisch 20–30 % bei Vierzylindern
- Delphi DCM3.7 (1.4 CRDi): typisch 20–30 %
- Bosch EDC15C7 (frühe 2.0 CRDi mit 113 PS): typisch 15–25 % Leistung und 20–30 % Drehmoment
Beim R-Motor im ix35 und Sportage III ist der Effekt besonders interessant: Die 136- und 184-PS-Varianten teilen sich weitgehend die Grundkonstruktion, sodass die kleinere Version mit Software spürbar kräftiger wird. Beim U-Motor im i30 und cee'd profitiert vor allem der mittlere Drehzahlbereich. Der kleine Diesel wirkt danach deutlich weniger angestrengt.
Optionen
Für die genannten Familien sind neben Stage 1 dokumentiert:
- Stage 1+ als feinere Ausbaustufe (Bosch- und Delphi-Familien)
- ECO-Tuning mit mehr Drehmoment im unteren und mittleren Bereich bei unveränderter Endleistung
- Sharp Throttle für ein direkteres Gaspedal
- Vmax-Aufhebung (Reifen-Geschwindigkeitsindex und Eintragung beachten)
- DTC Off nur für nicht-emissionsrelevante Fehlercodes
Stage 2 mit Hardware ist bei den EDC16- und EDC17-Familien grundsätzlich möglich. Bei SUV im Alltags- und Zugbetrieb ist eine saubere Stage 1 oder das ECO-Tuning aber meist die sinnvollere Wahl.
Antriebsstrang
Viele ix35 und Sportage fahren mit Allrad und Automatik. Die Wandlerautomatik hat eigene Drehmomentgrenzen; eine seriöse Abstimmung baut das zusätzliche Drehmoment so auf, dass die Getriebesteuerung nicht eingreift. Bei Allradmodellen lohnt ein Blick auf die Kupplung im Hinterachsantrieb, bei Schaltwagen auf Kupplung und Zweimassenschwungrad, beides Bauteile, die zusätzliches Drehmoment zuerst spüren.
Abgasnachbehandlung
Die CRDi-Motoren ab Euro 4/5 fahren mit Partikelfilter. Ein i30 oder cee'd, der vor allem Kurzstrecke fährt, hat oft einen hoch beladenen DPF. Das sollte vor dem Tuning geprüft werden. Partikelfilter, AGR oder Katalysator abzuschalten ist Abgasmanipulation und im Straßenverkehr verboten.
Ablauf und Preise
Hyundai und Kia bearbeiten wir direkt am Steuergerät: vor Ort in Stödtlen zu deinem Wunschtermin oder per Einsendung des ausgebauten Steuergeräts. Der Preis ist in beiden Fällen gleich, gebucht wird online.
Nach unserem Regelwerk liegen der Hyundai i30 1.6 CRDi mit 116 PS, der Kia cee'd 1.6 CRDi mit 115 PS und der Tucson 2.0 CRDi mit 140 PS mit EDC16 ab 200 € für Stage 1. Der Hyundai ix35 2.0 CRDi mit 136 PS und der Kia Sportage III 2.0 CRDi mit 184 PS mit EDC17C08 beginnen bei 300 €. Alle Varianten findest du im Konfigurator.
Zur Rechtslage: Durch die Softwareänderung erlischt die Betriebserlaubnis. Die Software ist ausschließlich für den Motorsport bestimmt, siehe Motorsport-Hinweis.
Häufige Fragen aus der Werkstatt
Gibt es Unterschiede zwischen Hyundai und Kia? Technisch kaum. Hyundai und Kia nutzen dieselben Motorenfamilien und weitgehend dieselben Steuergeräte, etwa den R-Motor mit Bosch EDC17C08 im ix35 und im Sportage III. Unterschiede liegen eher in Abstimmung, Getriebe und Ausstattung. Für das Tuning zählen Motor und Steuergerät, nicht das Markenlogo.
Ist der 1.6 CRDi mit 90 PS derselbe Motor wie der mit 128 PS? Beide gehören zur U-Motorenfamilie, unterscheiden sich aber je nach Baujahr in Steuergerät und Komponenten. Gerade bei den schwächeren Varianten bringt Software im Alltag spürbar mehr Durchzug. Welche Variante bei dir verbaut ist, klären wir anhand der Kennung.
Was passiert mit der Herstellergarantie? Hyundai und Kia sind für lange Garantiezeiträume bekannt. Eine Software-Änderung kann im Schadensfall zum Thema werden, wenn ein Zusammenhang mit der Modifikation besteht. Wer noch in der Garantie ist, sollte das vor dem Tuning bewusst abwägen. Vor dem Schreiben wird der Originalstand des Steuergeräts gesichert.
Fazit
Die CRDi-Diesel von Hyundai und Kia sind solide Kandidaten für eine maßvolle Stage 1: typisch 20–30 % mehr Leistung und Drehmoment als Richtwert, bei den frühen EDC15-Motoren etwas weniger. Entscheidend sind die richtige Motorfamilie, ein Antriebsstrang, der das zusätzliche Drehmoment verträgt, und ein intakter Partikelfilter. Für Zugfahrzeuge ist ECO-Tuning eine überlegenswerte Alternative. Mehr zu den Delphi-Steuergeräten im Beitrag über Delphi DCM und zum Hot Hatch der Marke im Beitrag über den Hyundai i30 N.