
KTM 690 SMC und Supermoto: Mapping für die Straße? Nein, für die Strecke
Supermoto-Tuning ehrlich eingeordnet: Warum Software-Änderungen auf die Strecke gehören, was für die KTM 450 SMR geht und was für die 690 SMC gilt.
25. Oktober 2026 von Leo Efimow
Supermoto ist die Disziplin, bei der Enduro-Motorräder mit Straßenreifen auf Asphalt und kurze Offroad-Passagen treffen. Wer einmal eine Supermoto quer in die Kurve gestellt hat, versteht die Faszination. Viele Fahrer fragen deshalb nach einem Mapping für ihre SMC oder SMR, oft mit dem Wunsch nach mehr Druck, Pops & Bangs und einem knallenden Begrenzer. Hier ordnen wir ehrlich ein, was technisch geht, für welche Modelle, und warum all das auf die Strecke gehört und nicht auf die Landstraße.
Erst die Rechtslage
Fangen wir mit dem unbequemen Teil an. Mit jeder Änderung der Motorsoftware erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs. Das Motorrad entspricht danach nicht mehr dem genehmigten Zustand. Eine Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr ist dann nicht mehr zulässig. Das gilt für eine Leistungssteigerung genauso wie für Sound-Funktionen.
Dazu kommen die praktischen Folgen. Der Versicherungsschutz kann gefährdet sein, und bei einer Kontrolle fällt ein knallender Auspuff sofort auf. Alle Funktionen, die wir anbieten, sind ausschließlich für den Motorsport bestimmt. Den genauen Wortlaut findest du im Motorsport-Hinweis. Wer seine Supermoto im Alltag auf der Straße fährt, sollte die Software also so lassen, wie sie ist.
Wo Supermoto-Tuning hingehört
Für Supermoto gibt es reichlich Orte, an denen ein Mapping Sinn ergibt: Kartbahnen mit Motorrad-Trainingstagen, Supermoto-Strecken, Rennserien und abgesperrte Veranstaltungen. Gerade auf kurzen, verwinkelten Kursen zählt, wie direkt der Motor aus engen Kehren anschiebt. Genau dort spielt eine abgestimmte Software ihre Stärken aus.

Auch auf der Strecke gibt es Regeln. Viele Bahnen haben Lärmgrenzen, die bei Trainingstagen gemessen werden. Pops & Bangs und ein Hardcut am Begrenzer sind laut. Kläre vorher mit dem Veranstalter, was erlaubt ist, oder leg die Sound-Funktionen per Multi-Map auf eine eigene Map, die du nur bei Bedarf schaltest.
Welche Supermoto online konfigurierbar ist
Online bestellbar ist das Tuning für Motorräder mit dem Keihin-Steuergerät 812.41.031. Bei den Supermotos ist das die:
| Modell | Baujahre | Hubraum | Serie (ca.) |
|---|---|---|---|
| KTM 450 SMR | 2013–2014 | 449,3 cm³ | ca. 58 PS / ca. 48 Nm* |
* Werte vom baugleichen Motor der KTM 450 SX-F übernommen.
Die 450 SMR ist ohnehin als Wettbewerbs-Supermoto gedacht und passt damit gut zum Motorsport-Einsatz. Prüf vor der Bestellung den Aufkleber am Steuergerät: In der zweiten Zeile muss eine Nummer mit 812.41.031 stehen.
Und die KTM 690 SMC?
Die 690 SMC ist die bekannteste Straßen-Supermoto von KTM. Sie hat allerdings ein anderes Steuergerät (76041031000) und ist deshalb nicht Teil der Online-Konfiguration. Wenn du eine 690 hast, kannst du im Konfigurator über „Mein Motorrad ist nicht dabei“ eine Anfrage stellen. Dann klären wir Ablauf, Termin und Preis. Versprechen, was bei einem Steuergerät geht, das wir noch nicht vor uns hatten, machen wir nicht.
Unabhängig vom Steuergerät gilt bei der 690 SMC dasselbe wie bei jedem Straßenmotorrad: Eine Software-Änderung macht sie zum Sportgerät für die Strecke.
Was das Mapping bei der 450 SMR verändert
Für die 450 SMR stehen drei Optionen zur Wahl:
- Leistungssteigerung: überarbeitete Zünd- und Einspritzkennfelder für mehr Leistung und direkteres Ansprechen, abgestimmt auf Super 95 oder Super Plus.
- Pops & Bangs: Knallen und Blubbern im Schiebebetrieb, solange der Gasgriff leicht geöffnet ist. Beim Anbremsen auf die Kurve mit geschlossenem Gas bleibt die Motorbremse weitgehend ruhig.
- Party Mode: Hardcut am Begrenzer mit Zünd-Cut und Spätzündung, Klang über die Hysterese von „Brrrrr“ bis „Boom Boom“. Die Serien-Abschaltung bleibt als Sicherheitsnetz darüber.
Für Supermoto besonders interessant ist das Verhalten der Pops & Bangs. Weil sie nur bei leicht geöffnetem Gas auftreten, stören sie das Anbremsen nicht. Beim Supermoto, wo die Motorbremse beim Querstellen eine große Rolle spielt, ist das ein Vorteil.
Multi-Map: eine Map für jede Situation
Mit Multi-Map belegst du die vier Kennfeld-Bänke frei. Ein Beispiel für Supermoto: Map 1 Serie für nasse Strecke, Map 2 Leistung für trockene Strecke, Map 3 Leistung mit leichten Pops & Bangs, Map 4 mit Party Mode für den Moment nach dem Training. Umgeschaltet wird per Map-Schalter. Der KTM-Serienschalter (77239974200) erreicht zwei Maps, unsere Schalter Stealth und Clean alle vier. Beide sind noch in Entwicklung und vorbestellbar.
Preise und Ablauf
- eine Option, immer aktiv: 150 €
- mehrere Optionen, immer aktiv: 200 €
- Multi-Map: 230 €, Map-Schalter Stealth +40 € oder Clean +80 €
Bestellt wird im Motorrad-Konfigurator. Programmiert wird vor Ort in Stödtlen oder nach dem Einschicken des Steuergeräts, per Post ca. 3–7 Tage. Die Modellseite der KTM 450 SMR zeigt alle Daten auf einen Blick.
Belastung
Supermoto heißt viel Zeit im oberen Drehzahlbereich und kurze Wechsel zwischen Vollgas und Anbremsen. Pops & Bangs und Party Mode bringen zusätzlich unverbrannten Kraftstoff in den Auspuff. Das belastet Auslassventile, Krümmer und Schalldämpfer. Kontrolliere Endtopf und Dämmwolle regelmäßig, und halte die Wartungsintervalle für Öl und Ventilspiel ein.
Fazit
Supermoto-Tuning ist ein Thema für die Strecke. Mit der Software-Änderung erlischt die Betriebserlaubnis, und alle Funktionen sind ausschließlich für den Motorsport bestimmt. Für die KTM 450 SMR von 2013 und 2014 mit Keihin 812.41.031 lassen sich Leistung, Pops & Bangs und Party Mode online konfigurieren, bei Bedarf schaltbar per Multi-Map. Die 690 SMC hat ein anderes Steuergerät und läuft über eine Anfrage. Mehr zu Begriffen wie Multi-Map erklärt das Glossar.