Ein Kompressor (englisch Supercharger) ist ein mechanisch angetriebener Lader: Er hängt am Riementrieb des Motors und verdichtet die Ansaugluft drehzahlabhängig. Bekannte Beispiele sind die Mercedes-Motoren M111 EVO und M271 mit Kompressor-Schriftzug auf dem Heck sowie die aufgeladenen V6- und V8-Motoren von Jaguar und Land Rover.
Der große Unterschied zum Turbolader: Der Ladedruck lässt sich per Software kaum erhöhen, weil er im Wesentlichen vom Übersetzungsverhältnis zwischen Kurbelwelle und Laderrad abhängt. Mehr Druck gibt es nur über eine kleinere Riemenscheibe am Lader, also über Hardware. Viele Kompressor-Systeme haben zusätzlich eine Bypass-Klappe, mit der das Steuergerät die Aufladung in der Teillast zurücknimmt.
Software-Tuning bewegt sich bei Kompressor-Motoren deshalb vor allem in Zündwinkel, Füllung, Drehmomentbegrenzern und Gaspedal-Kennlinie. Die Gewinne fallen kleiner aus als bei Turbomotoren; dafür bleibt das Ansprechverhalten direkt, weil kein Abgasstrom erst Druck aufbauen muss.